Kann semantisch-lexikalische Therapie die Lebensqualität von Demenzerkrankten in Pflegeeinrichtungen verbessern?

Fischer, J. & Männicke, M. (2017)

Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, inwiefern logopädische Therapie im semantisch- lexikalischen Bereich die Lebensqualität von dementiellen Heimbewohnern beeinflusst. Zehn dementielle Probandenwurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt, welche jeweils zwei Interventionen erhielten. Die eine Intervention enthielt eine semantisch-lexikalische Therapie, wohingegen die andere lediglich eine kommunikationsanregende Behandlung ohne logopädischen Hintergrund. Es wurde ein Cross-Over Design mit drei Messzeitpunkten durchgeführt. Beide Gruppen wurden über einen Zeitraum von vier Wochen behandelt. Jeder Proband erhielt über zwei Wochen eine semantisch-lexikalische Therapie und über zwei Wochen kommunikationsanregende Behandlung. Jeder einzelne Teilnehmer erhielt dreimal wöchentlich Therapie im Direktkontakt mit der Logopädin. In der semantisch-lexikalischen Therapie wurden Arbeitsblätter mit den Probanden bearbeitet. In der kommunikationsanregenden Therapie wurde über ein Thema der Wahl des Patienten gesprochen. Zur Überprüfung der Lebensqualität wurde der Proband mit dem WHOQOL- BREF Fragebogen befragt, da ein Zusammenhang zwischen den semantisch-lexikalischen Fähigkeiten und der Höhe an Lebensqualität vermutet wird. Die Ergebnisse der inferenzstatistischen Auswertung zeigten, dass sich die Lebensqualität der Probanden innerhalb der kommunikationsanregenden Behandlung in den drei Variablen Umwelt, Soziale Beziehung und physische Gesundheit signifikant verbessert hat. In der semantisch- lexikalischen Therapie hat sich die Umwelt signifikant verbessert. Im Vergleich der Therapien war die kommunikationsanregende Behandlung in der Entwicklung der Probanden bei der Variable Soziale Beziehung signifikant besser. Daraus folgt, dass in dieser Studie ein geringer Zusammenhang zwischen semantisch-lexikalischer Therapie und einem Anstieg der Lebensqualität bewiesen werden konnte.

Unterschiedliche Kathetergrößen – gleiche Risiken? Vergleich der Vitalparameter beim endotrachealen Absaugen von Erwachsenen

Sengupta, A. (2017)

Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob beim endotrachealen Absaugen von Erwachsenen die Risiken mit einem großen und kleinen Absaugkatheter gleich sind. Der Außendurchmesser des großen Katheters verlegt dabei < 70% des Innendurchmessers der Trachealkanüle, der kleine Katheter ≤ 50%. Insgesamt wurden 10 Patienten jeweils dreimal mit den beiden unterschiedlichen Kathetern endotracheal abgesaugt. Die Sauerstoffsättigung und die Herzfrequenz wurden unmittelbar vor und nach dem Absaugen, sowie eine und drei Minuten
danach erfasst. Bei jedem Absaugprozess wurde aufgezeichnet, ob das Endotrachealsekret blutig war und/oder eine Hustenreaktion des Patienten auftrat. Die Mediane der Differenzen von den einzelnen Messzeitpunkten wurden verglichen. Beim Absaugen mit großen Kathetern stieg die Herzfrequenz im Vergleich zu kleinen Kathetern unmittelbar nach dem Absaugen bis eine Minute danach signifikant an, wobei die Mediane der Herzfrequenz noch im Normbereich lagen. Bei der Sauerstoffsättigung konnten keine signifikanten Unterschiede beobachtet werden. Das Auftreten von Husten während des Absaugens und blutigem Sekret war gleich verteilt. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass beim endotrachealen Absaugen eines Erwachsenen die Wahl der Absaugkathetergröße keine klinisch bedeutsame Auswirkung auf die Veränderung der Vitalparameter und auf die Risiken des Patienten hat.

Eine repräsentative Befragung leitlinienkonformer Diagnostik von Dysphagien an zertifizierten Stroke Units

Hildebrandt, C. & Flader, C. (2014)

Jährlich erleiden deutschlandweit fast 300.000 Menschen im Erwachsenalter einen Schlaganfall. Bei über 60% treten in der Akutphase Dysphagien auf. Um Folgeschäden wie Pneumonien, Malnutrition und Exsikkose zu vermeiden ist eine differenzierte Diagnostik durch einen Logopäden auf einer Stroke Unit erforderlich. Die aktuelle Leitlinie für "Neurogene Dysphagien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfiehlt eine ausführliche Anamnese, die Testung verschiedener Konsistenzen, sowie eine zusätzliche apparative Diagnostik. Die vorliegende Studie untersucht, ob Dysphagien an zertifizierten Stroke Units aktuell leitlinienkonform diagnostiziert werden. Mittels eines Fragebogens wurde eine repräsentative Befragung an 112 zertifizierten Stroke Units mit je einem Logopäden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass 75% der Teilnehmer nach den aktuellen Leitlinien arbeiten und über 90% die Empfehlung einer spezifischen Kost- und Flüssigkeitstestung, sowie eine ausführliche Anamnese umsetzen. Mehr als 20% aller Befragten gaben an über keine zusätzliche apparative Diagnostik zu verfügen.
Wenn bundesweit an zertifizierten Stroke Units in Deutschland leitlinienkonform diagnostiziert werden soll, muss jeder Klinik eine apparative Diagnostik zur Verfügung stehen.

Unterstützte Kommunikation bei Kindern mit Rett Syndrom - Verbesserung der Aktion und Reaktion?

Sträßer, A., Reinartz, S., & Reinartz, M. (2006)

Das Rett Syndrom ist entsteht durch einen genetischen Defekt auf dem X-Chromosom. Dadurchverlernen die Kinder das Laufen, die Handfunktionen und vor allem das Sprechen. Dadiese Kinder nicht über einen aktiven Sprachgebrauch verfügen, können sie nicht effektivkommunizieren. Eine der letzten Möglichkeiten für diese Kinder zu kommunizieren ist dieUnterstützte Kommunikation. Diese Kinder bekommen selten Logopädie, obwohl besondersfür sie logopädische Therapie stark indiziert ist. Es wurden wenige Untersuchungen über denEinsatz von Unterstützter Kommunikation bei Kindern mit Rett Syndrom durchgeführt. Darumwird in dieser Studie untersucht, ob Unterstützte Kommunikation innerhalb einer Essenssituationdie Aktion und Reaktion der Kinder verbessert. Die Studie war in drei Phasen unterteiltund wurde mit drei Kindern durchgeführt. Die erste Phase beinhaltete das Kennen lernender kommunikativen Hilfsmittel, das Aufbauen von Vertrauen zu den Kindern, das Kennenlernen vom Ursache- Wirkungsprinzip und einer Vormessung (Messung A). In der zweitenPhase wurden kommunikative Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. In der dritten Phase habendie Eltern ein Training mit den wichtigsten Aspekten der Unterstützten Kommunikation bekommen.Am Ende von Phase zwei und drei fanden ebenfalls Messungen statt. Aus den Ergebnissen ist ersichtlich, das Unterstützte Kommunikation die Aktion und Reaktion bei Kindernmit Rett Syndrom verbessert.

Wolf-Hirschhorn Syndrom: Ein Fall für die Logopädie?

Fechtner, Y., Hannen, N., Pallaß, S., & Zochert, E. (2003)

Durch Gespräche mit Eltern von Wolf-Hirschhorn-Kindern ging hervor, dass diese Kinder nur sehr selten logopädische Therapie erhalten, obwohl es auf den ersten Eindruck so schien, dass logopädische Probleme vorhanden waren. Durch diese Vermutung entstand die Fragestellung nach der logopädischen Symptomatik und ob diese logopädische Intervention erfordert.Aus der durchgeführten Literaturstudie ging hervor, dass über die logopädische Symptomatik derWolf-Hirschhorn-Kinder und über ihre Sprach- und Sprechentwicklung keine Angaben zu finden sind,obwohl vermutet wird, dass bei dem Wolf-Hirschhorn Syndrom (WHS) logopädische Probleme auftreten.Diese Diplomarbeit trägt dazu bei, das Wissen über die logopädische Symptomatik des WHS zu erweitern.Um dieses Ziel zu erreichen, werden die relevanten Angaben zur Histologie, Ätiologie und zur allgemeinenSymptomatik zusammenfassend erläutert. Anhand eines Sprachentwicklungsmodells werden die Sprachentwicklungsvoraussetzungen beschrieben. Hypothesen über die Schwierigkeiten der WHS Kinder innerhalb der Sprachentwicklungsvoraussetzungen werden formuliert.Basierend auf diesem Kenntnisstand werden zwei Fallstudien mit WHS-Kindern durchgeführt. Durch Anamneseformulare, Testmaterialien (ET 6-6, MPE, SETK 3-5, Werscherberger Lautprüfmappe),Untersuchungen (Mundmotorik, Schlucken) und enge Zusammenarbeit mit Lehrern, Ärzten und Elternwerden der Entwicklungsstand und besonders der Stand der Sprach- und Sprechentwicklung der Kindererfasst. Anhand der Ergebnisse der Fallstudien wird deutlich, dass bei den WHSñKindern eine logopädische Symptomatik zu finden ist, die logopädische Intervention erfordert.Am Ende werden die Forschungsergebnisse anhand der bestehenden Literatur in der Diskussion kritisch hinterfragt.

Morbus Parkinson: Ein Therapiebuch für Logopäden-Theoretische Grundlagen der Parkinson-Erkrankung und logopädische Behandlungsvorschläge.

Bergerfurth, N. & Rütgers, N. (2001)

Zusammenhang zwischen sprechmotorischen Leistungen / Defiziten und der Sprechverständlichkeit bei dysartrischen Patienten.

Momen, D., Siegert, M., & Yasar, G. (2001)

Lee Silverman Voice Treatment.

Franz, E., Gulpers, A., Kramer, M., Kusters, K., Lentzen, D., Loffeld, P. et al. (1999).